mein Amerika

New York City - Bevölkerung


New York - Fotogalerie: New York City - Geographische Lage und Klima New Yorks - New Yorker Geschichte - Bevölkerung - Stadtstruktur - New Yorker Architektur und Lebensstil - Stadtpolitik und Stadtplanung





Die Vereinigten Staaten von Amerika sind seit jeher ein Einwanderungsland, in dessen Entwicklung New York lange Zeit eine gewichtige Rolle spielte. Seit 1820 kamen in mehreren Immigrationswellen Millionen von Einwanderern in die USA. Nach den Iren stellten die Deutschen die zweitgrößte Gruppe dar. Motive für die Auswanderung waren politischer und religiöser Art, sowie Bedrohungen durch Hungersnöte oder die Kartoffelpest oder schlicht und einfach Arbeitsmangel in der alten Heimat. Auch wurden in den Jahren vor dem amerikanischen Bürgerkrieg unzählige Menschen aus Afrika zur Sklavenarbeit in die USA deportiert.

1892 wurde auf Ellis Island in der Upper New York Bay ein Einwanderungszentrum eröffnet, in dem alle Einwanderer gemustert und daraufhin ins Land gelassen oder mit dem Schiff wieder zurück in ihre Heimat geschickt wurden. 17 Millionen Einwanderer irischer, deutscher, italienischer, griechischer, russischer, puertoricanischer und chinesischer Herkunft kamen bis zur Schließung 1954 auf diese Weise über Ellis Island nach Amerika. Mit Einführung der Quotenregelung 1921 wurden allerdings erheblich weniger Einwanderer in den USA aufgenommen.

Unter den Einwanderern befanden sich auch zahlreiche Akademiker, was einen enormen Potentialzuwachs für die Gesellschaft darstellte.

Die Einwanderer brachten im Gepäck auch ihre Traditionen mit. Gruppen gleicher Herkunft siedelten sich vorwiegend in den selben Stadtvierteln an und prägten diese nachhaltig. Deutsche Einwanderer zogen ins heutige East Village, Italiener nach Little Italy und die Chinesen nach Chinatown. Zwar sind die Grenzen dieser Viertel nicht immer eindeutig definierbar, dennoch sind diese Gruppenbildungen auch heute noch spürbar.

Zur ethnischen Herkunft der Menschen hinzu kommt inzwischen auch das Einkommen als ein weiteres Kriterium zur Differenzierung einzelner Gebiete, wobei Herkunft und Einkommen oftmals in Relation zueinander stehen.

Menschen indianischer Herkunft, die ursprünglichen Bewohner der Region, gehen mittlerweile im multikulturellen Schmelztiegel New York fast gänzlich unter.

Im Jahr 2000 betrug die Einwohnerzahl New Yorks 8 Millionen Menschen. 1990 waren es 7,3 Millionen. Diese teilen sich heute auf in 35% Weisen, 27% hispanischer Herkunft, 24,5% Afroamerikanern, 9,8% Asiaten, 0,2% Indianer und 3,5% Andere gemischter Herkunft.

Die größten Einwohnerdichten erreicht Manhattan, aber auch große Teile der südwestlichen Bronx, insbesondere die Stadtviertel Fordham und Melrose sowie Co-op City bzw. Long Island City, Flushing und Jackson Hights in Queens sowie Flatbush in Brooklyn weisen hohe Dichten von 25000 Einwohnern und mehr pro Quadratmeile auf. Am wenigsten dicht besiedelt ist der Stadtteil Staten Island.

Staten Island ist auch der Stadtteil mit dem größten weißen Bevölkerungsanteil. Außerdem verteilt sich die weiße Bevölkerung auf die südlichen Teile Brooklyns und Manhattans, die dem Ufer des East River nahen Viertel Brooklyns und Queens und dem Viertel Glendale in Queens.

Die Afroamerikanische Bevölkerung konzentriert sich wesentlich geschlossener auf die vier Bereich Harlem in Manhattan, Co-Op City in der Bronx, Bedford Stuyvesant, Flatbush, East New York und Canarsie in Brooklyn und St. Albans, Locust Manor und Rosedale in Queens.

Mit dem hispanischen Anteil verhält es sich ähnlich. Dieser konzentriert sich auf den äußersten Norden Manhattans, die daran angrenzenden Vierteln der Bronx, in der sie 43% der Bevölkerung ausmachen, Jackson Heights in Queens und Bushwick und Sunset Park in Brooklyn.

Die Minderheit des asiatischen Anteils der New Yorker bildet und prägt die Chinatown in Manhattan und verteilt sich außerdem auf Flushing und Jackson Heights in Queens und Sunset Park in Brooklyn vorwiegend in Bereiche zwischen den anderen Bevölkerungsgruppen.

Abgesehen von wenigen Ausnahmen wohnen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen New Yorks relativ abgeschlossen unter sich. Eine Durchmischung oder gar Integration der unterschiedlichen Kulturen findet auf Wohnebene nur vernachlässigbar statt. Erst im alltäglichen Leben begegnen sich die Kulturen. Am Wochenende, bei Festen, Paraden Umzügen, auf den Straßen, in den vielfältigen Restaurants und in der Subway entsteht das Bild der durchmischten multikulturellen Metropole. Dazu gesellen sich vorwiegend im für Touristen interessanten Stadtteil Manhattan noch Scharen von ausländischen Besuchern aus aller Welt und spiegeln dieses Wirrwarr auch in enormer Sprachenvielfalt wieder. Dennoch zieht es die New Yorker Bevölkerung in ein zu Hause unter Ihresgleichen.

Probleme in Form von Kriminalität und Drogenhandel wuchern sowohl innerhalb der einzelnen durch die Herkunft gegliederten Bereiche der Stadt, so wurde Harlem z.B. lange Jahre von organisierten Banden beherrscht, Konfliktherde entstehen allerdings auch in Grenzbereichen, in denen unterschiedliche Kulturen direkt und ungehindert aufeinander prallen; Grenzbereichen, denen es oft an einer präzisen Definition mangelt, da sich deren Strukturen in einem steten Wechsel der Zugehörigkeit befinden.

Verschärfend hinzu kommt wie nahezu in den gesamten Vereinigten Staaten eine ausgeprägt ungleiche Einkommensverteilung zwischen Weißen und nicht-Weißen und ein nicht vernachlässigbarer Anteil der vorwiegend nicht-Weißen Bevölkerung, der unterhalb der gesetzlich festgelegten Armutsgrenze leben muss.

Der größte Teil des Einkommens wird im Süden Manhattans erwirtschaftet und verteilt sich überwiegend auf den weißen Anteil der New Yorker Bevölkerung. In der Bronx treffen dagegen die extremsten Unterschiede zwischen Armut und Reichtum aufeinander.

Besonders kritisch in Bezug auf Konfliktträchtigkeit sind Bereiche, in denen große Teile der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Die weiße Bevölkerung New Yorks ist davon vernachlässigbar wenig betroffen. Armut herrscht vor allem dort, wo nicht-Weiße wohnen, insbesondere in Harlem, Washington Heights, Fort George und Inwood im nördlichen Manhattan und in angrenzenden Vierteln der südlichen Bronx wie Fordham, Melrose und Matt Haven, sowie in Chinatown, Manhattan, in Bushwick, Bedford-Suyvesant, East New York, Queens, und Sunset Park, Coney Island in Brooklyn – kaum verwunderlich, dass Kriminalität und Drogenmissbrauch in diesen Viertel besonders ausgeprägt sind.

Trotz diverser Schwierigkeiten und Differenzen, die sich aus der multikulturellen Zusammensetzung der New Yorker Bevölkerung ergeben, hat diese Vielfalt doch auch ihre positiven Seiten. Sei es in der Kunst, Musik oder auf kulinarische Weise, New York wird von jeder Seite prägend beeinflusst. Jede der einzelnen Kulturen trägt ihren Teil zum Gesamtmosaik eines lebendigen und vielfältigen Stadtbildes bei.

Und diese Vielfalt spiegelt sich teilweise schon seit Jahrhunderten im Stadtgeschehen wieder. Jede der Einwanderungswellen brachte weitere eigene Traditionen mit in die Stadt, so wird in New York unter anderem der St. Patricks Day, der irischen Nationalfeiertag, den Nachfahren irischer Einwanderer mit einer großen Parade auf der 5th Avenue begehen, oder die Steuben Parade zu Ehren des deutschstämmigen Generals Friedrich Willhelm von Steuben, gefeiert. New York erfreut sich neben dem New Years Eve sowohl am chinesische Neujahrsfest als auch am jüdischen Rosch Haschanah.

Und unter dem Dach New Yorks leben viele Anhänger und Vertreter verschiedener großer Weltreligionen zusammen.

New York ist auch eine Stadt der Pendler. Der täglich gleiche Weg zur Arbeit gehört für viele Menschen zum Alltag dazu. Dabei bewältigen zwei Verkehrsmittel des Hauptaufkommen der Arbeiter, die Subway und das eigene Auto. Während Pendler aus Manhattan und den umliegend daran angrenzenden Bereichen der Stadtteile Brooklyn Queens und Bronx eindeutig die Subway als Verkehrsmittel bevorzugen, ist das favorisierte Verkehrsmittel der Bewohner der Randbezirke, Vororte und Einwohner von Staten Island des Automobil. Die große Zahl an Pendlern erzeugt ein enormes Verkehrsaufkommen, das die Verkehrsinfrastruktur der Stadt jeden Tag aufs Neue bewältigen muss.

Zum Seitenanfang
email - Impressum 
© INGELMANN