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New York City - Geschichte


New York - Fotogalerie: New York City - Geographische Lage und Klima New Yorks - New Yorker Geschichte - Bevölkerung - Stadtstruktur - New Yorker Architektur und Lebensstil - Stadtpolitik und Stadtplanung





Vor der Entdeckung Amerikas durch Europäer bewohnen Algonkin und Irokesen das Gebiet um das heutige New York. Giovanni da Verrazano, italienischer Kaufmann und Navigator im Dienste des französischen Königs Franz I. von Angoulême, entdeckt 1524 auf seiner Suche nach der Nordwest Passage als erster Europäer die heutige Upper New York Bay. 1609 erkundet der Engländer Henry Hudson den später nach ihm benannten Hudson River. Kolonisten der Niederländische Westindische Gesellschaft gründen 1624 die Kolonie Nieuw Nederland. Nach dem Erwerb der Nutzungsrechte an der Insel Manhattan für Glasperlen im Gegenwert von rund 60 Gulden, damals ca. 24$, errichten sie auf deren Südspitze 1625 den Handelsstützpunkt Nieuw Amsterdam. Aus ersten informellen Ansiedlungen im Umland entstehen in den darauffolgenden Jahrzehnten kleine Städte und Gemeinden, aus denen wiederum die späteren New Yorker Stadtteile hervorgehen. Nieuw Amsterdam dehnt sich innerhalb der unteren Südspitze Manhattans aus. Der Gouverneur der Kolonie Peter Stuyvesant lässt im Norden einen Schutzwall errichten, die heutige Wallstreet.

Der Wettbewerb zwischen Holländern, Franzosen und Engländern im Pelzhandel wächst. Nachdem Richard Nicolls mit 450 Soldaten in Brooklyn im Auftrag von James, Duke of York (und Bruder des englischen Königs), landet kapituliert Nieuw Amsterdam 1664 unter Peter Stuyvesant. Nach zwischenzeitlicher Rückeroberung durch die Niederländer 1673 wird Nieuw Amsterdam schließlich endgültig Bestandteil der englischen Kolonie New York und ändert seinen Namen fortan in New York.

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1776-1783) wird die Stadt nach der Schlacht von Long Island von England besetzt. 1776 und zum wiederholten Male 1778 fällt die Stadt den Flammen zum Opfer und brennt nieder. Trotzdem entwickelt sich New York nach der amerikanischen Unabhängigkeit stetig weiter. 1788 wird New York Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Zwei Jahre später löst Philadelphia New York in dieser Rolle ab. New York entwickelt sich statt dessen zur Wirtschaftsmetropole der USA. Die Börsengründung in der Wallstreet im Jahre 1792 unterstreicht diese Entwicklung.

1776 regiert noch das von Grundbesitzern kontrollierte Common Council die Stadt, während die demokratische Partei 1788 die mächtige Tammany Hall gründet.

1811 legt der damaligen Stadtbaumeister John Randal Junior den Commissioners Plan vor, der auch wenig später in Kraft tritt. Hauptbestandteil des Commissioners Plan ist das rechteckige Straßenraster, auch Grid genannt, nördlich der Houston Street.

Mit Einführung der ersten regelmäßigen transatlantischen Schiffsverbindung, der Black Ball Line, gewinnt der New Yorker Hafen an Bedeutung. Diese Bedeutung steigt mit der Fertigstellung des Erie Kanals 1825 und der dadurch möglichen direkten Handelsverbindung zwischen New York und Chicago noch weiter. In diesem Zusammenhang erlebt New York ein enormes wirtschaftliches Wachstum. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Einwohner rasant zu. 1850 beträgt sie erstmals über eine halbe Million; die heutige Downtown Manhattans ist bereits dicht bebaut. Mit der Erfindung und Einführung des Aufzuges 1853 und des Stahlskelettbaus kann diese Verdichtung noch weiter vorangetrieben werden.

Mit dem Baumboom einher keimt auch die Korruption auf. 1872 wechselt die davon betroffene Tammy Hall daher von englischer in irische Führung. 1880 zählt New York erstmals eine Million Einwohner und erlebt in den kommenden Jahrzehnten den Anbruch der goldenen zwanziger Jahre. Manhattans Häuser werden immer höher: 1870 entsteht das Equitable Building mit einer Höhe von 45 Metern. Dem folgte das Flatiron Building 1902 mit 95 Metern, der Metropolitan Life Tower 1909 mit 214 Metern, das Woolworth Building 1913 mit 260 Metern, das Chrysler Building 1930 mit 320 Metern und das Empire State Building 1931 mit 381 Metern, das lange Zeit höchstes Gebäude der Stadt und der Welt bleiben soll bis es 1973 von den beiden Zwillingstürmen des World Trade Centers überragt wird. 1916 werden daraufhin die Zoning Resolutions eingeführt, um dieses Wachstum zu regulieren und zu begrenzen.

1883 wird mit dem Bau der Brooklyn Bridge eine Verbindung zwischen Brooklyn und Manhattan hergestellt. Mit einer Spannweite von 486 Metern und einer Gesamtlänge von 2 Kilometern ist die Brooklyn Bridge bei ihrer Fertigstellung die längste Hängebrücke der Welt. Im selben Jahr wird auch die Metropolitan Opera erbaut.

Als Geschenk Frankreichs erhält New York 1886 die Freiheitsstatue, die auf Liberty Island in der Upper New York Bay zum Symbol amerikanischer Freiheit wird. Die Einweihung der Carnegie Hall findet 1891 mit einem Konzert unter Leitung von Peter Tschaikowski statt.

1898 werden die fünf Bouroughs Manhattan, Brookly, Queens, Staten Island und die Bronx zu Greater New York mit damals 3,5 Millionen Einwohnern zusammengefasst. Regiert wird die Metropole von einem gemeinsamen Bürgermeistern, dem Mayor, einem unabhängigen Comptroller, Verwalter der Stadtfinanzen, und fünf Bourough Presidents zusammen. Das mächtige, 1901 gegründete, Board of Estimate (BoE) besteht aus den Inhabern dieser Ämter und dem Vorsitzenden des City Councils.

Im Jahr 1900 ersetzt eine elektrische Beleuchtung die Gaslaternen am Brodway. Vier Jahre später geht in New York als erster Teil der Subway die Verbindung zwischen City Hall und West 145th Street in Betrieb. 1910 wird die Pennsylvania Station eröffnet.

Die goldenen zwanziger Jahre finden am 29. Oktober 1929, dem Black Friday, ihr Jähes Ende. Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse werden unzählige Betriebe in dem Ruin geführt; die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch an.

Die bis dato herrschende Vormachtstellung der demokratischen Partei in der Tommy Hall wird 1934 mit der Wahl des Republikaners Fiorello La Guardia zum Bürgermeister gebrochen. Dessen Politik unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von der seiner demokratischen Vorgänger. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Works Progress Administration stellt eine Hilfe und Unterstützung für viele New Yorker dar.

Das ist die Zeit des Robert Moses. Dieser vereinigt in seiner 40 Jahre andauernden Karriere zahlreiche stadtplanerische Ämter unter seiner Person. Er versteht es Bundesmitteln bewilligt zu bekommen und damit freigeräumte Grundstücke Developern, meist mit Verbindung zur Tommy Hall, zu überlassen. New York erlebt im Zuge seiner Amtszeiten eine völlige Umgestaltung. So erweitert die Stadt das New Yorker Subway Netz auch auf den Stadteile Queens und erschließt damit neue Wohn- und Arbeitsquartiere. Es entstehen die George Washington Bridge nach New Jersey, die Tribourough Bridge als Verbindung von Manhattan, Queens und der Bronx, das United Nations Headquarter auf dem von John D. Rockefeller gestifteten Grundstück am East River und zahlreiche andere Projekte, unter anderem auch Wohnbaumaßnahmen wie die Stuyvesant City. Den Stadterneuerungen, die in vielerlei Hinsicht Verbesserungen darstellten, müssen jedoch zahlreiche Quartiere weichen, darunter auch viele intakte Viertel.

Im Zuge der radikalen Veränderungen formieren sich Gruppen von Kritikern. Allein in den 15 Jahren von 1945 bis 1960 verliert eine halbe Million Menschen ihre Wohnungen zu Gunsten der städtischen Projekte. Als Konsequenz der Kritik muss Moses zwei seiner zahlreichen Ämter niederlegen.

1959 eröffnet mit dem Solomon R. Guggenheim Museum das einzige Gebäude Frank Lloyd Wrights in der Stadt. Vier Jahre später wird die prächtige Pennsylvania Station abgerissen.

Rassenunruhen nach der Ermordung Martin Luther Kings und Malcolm X und Proteste gegen den Vietnamkrieg führen Ende der 60er Jahre zu gewalttätigen Aufständen in Harlem, wobei ganze Blöcke durch Feuer zerstört werden. Nelson D. Rockefeller, derzeitiger Gouverneur des US-Bundesstaates New York gründet die Urban Development Corporation für den Wiederaufbau von Harlem. Bereits zu dieser Zeit haben die Rockefellers mit der familieneigenen Chase Manhattan Bank im Hintergrund enormen Einfluss in New York. So entstehen in Downtown Manhattan das World Trade Center, Battery Park City, auf einer vom Aushub des World Trade Center stammenden Geländeaufschüttung, und der South Street Seaport. Außerdem sind die Rockefellers darauf bedacht, das Umfeld des Rockefeller Centers durch weitere bauliche Verdichtung aufzuwerten.

In den 70 Jahren gerät die Stadt unter dem amtierenden republikanischen Bürgermeister John Lindsay und seinem demokratischen Nachfolger Abraham Beame in einer Finanzkrise bis an den Rande des Konkurses. Nachdem Banken die Kredite für die mit 14 Milliarden Dollar belastete Stadt stoppen, muss die New Yorker Stadtverwaltung mit Bundesmitteln ausgelöst werden und unterliegt seither einem strikten Sparprogramm. Zur Bewältigung der Krise werden die Municipal Assistance Corporation (MAC) und das State Emergency Financial Control Board (FCB), beide bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung und der Wirtschaft, unter Aufsicht des Staates New York geschaffen. Der neu eingesetzte Bürgermeister Koch, Beams Nachfolger, muss Regierungsgewalt an MAC und FCB abtreten, die im Haushalt der Stadt rigorose Kürzungen an Ausgaben für Soziales, Infrastruktur und Gehälter der Beamten ansetzen.

In den 80er Jahren entstehen in einem erneuten Baumboom weitere großflächige Bürokapazitäten.

1989 zieht erstmals ein afroamerikanischer Bürgermeister in dieses Amt ein.

Terroristen verüben 1993 einen ersten Anschlag auf das World Trade Center. Im selben Jahr wird mit Rudolph Giuliani wieder ein Republikaner in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Unter seiner harten Regie, auch als „Zero Tolerance“ Politik bekannt, wird die Kriminalität deutlich gesenkt und die Stadt erlebt eine erneute Belebung des Aufschwungs.

Am 11. September 2001 wird New York Ziel eines verheerenden Terroranschlages. Mit dem Einschlag zweier Passagierflugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers werden diese zum Einsturz gebracht und Teile des südlichen Manhattans verwüstet.

Seit dem 1. Januar 2002 hält Michael Bloomberg als Bürgermeister die Geschicke New Yorks in der Hand. 2003 gewinnt Daniel Liebeskind den Architekturwettbewerb zur Neugestaltung von Ground Zero.

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