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New York City - Stadtstruktur


New York - Fotogalerie: New York City - Geographische Lage und Klima New Yorks - New Yorker Geschichte - Bevölkerung - Stadtstruktur - New Yorker Architektur und Lebensstil - Stadtpolitik und Stadtplanung





1898 wurde Manhattan mit den vier anderen Stadtteilen Bronx, Queens, Brooklyn und Staten Island zu Greater New York zusammengeschlossen.

Bereits im Jahre 1811 erhielt die damals noch eigenständige Stadt Manhattan mit dem Commissioner’s Plan ihre heute noch prägende Struktur. Hauptelement des Plans ist das rechteckige Straßenraster, auch als Grid bekannt. Dieses Raster besteht aus 12 dreißig Meter breiten Avenues in Nord-Süd Richtung und 155 achtzehn Meter breiten Streets in Ost-West Richtung das, ohne natürliche, geographische und topographischen Begebenheiten der hügeligen, mit Wiesen und Wäldern bewachsenen und von Flussläufen durchzogenen Insel zu berücksichtigen, über Manhattan gelegt wurde. Einzige Unterbrechung des stringenten Straßenrasters war der Broadway, ein alter Indianerpfad, an dessen Kreuzungen öffentliche Plätze entstanden, unter anderem auch der Times Square. Die große Parkanlage des Central Parks war bei in Kraft treten des Plans noch nicht vorgesehen, lediglich eines der größten freien Felder unmittelbar nördlich von Greenwich Village sollte für einen The Parade genannten Platz freigehalten werden.

Die enorme Ausmaße des Grid zeugen davon, dass das Raster eindeutig auf Wachstum angelegt wurde. Hauptverantwortlich für den Commissioners Plan zeichnete John Randel Junior. Dieser schrieb später, dass der Plan und das Grid hervorragende Gelegenheiten zum Kauf, damit einhergehender Wertsteigerung und späterem Verkauf bot; Bodenspekulation ließ nicht lange auf sich warten.

Dennoch wurde das Raster auch als gleichförmiges Symbol für die noch junge Demokratie des Landes gewählt, in der jeder gleichwertige Bedingungen vorfinden sollte - In der Form des Rasters waren alle Felder gleich, neutral, sie gab kein Zentrum vor. Nachdem Philadelphia Hauptstadt wurde spielte New York in dem noch jungen Land ohnehin keinen große politische Rolle mehr. Später entwickelt sich allerdings die Wirtschaft zum bestimmenden Machtelement der Stadt. Die Durchnummerierung der Straßen mit Zahlen anstelle einer Namensgebung sollte das Privileg wohlhabender und erfolgreicher Bürger unterbinden, sich nachhaltig in der Stadtlandschaft New Yorks zu verewigen. Zudem stellt dieses System eine sehr einfache Möglichkeit der Orientierung innerhalb des Rasters dar.

New York als Ganzes betrachtet ist heute sowohl im Großen als auch im Kleinen eine heterogene Stadt, zusammengesetzt aus einzelnen homogenen Strukturen und weißt aufgrund dieser vielteiligen Zusammensetzung ganz unterschiedliche Wohntypologien auf. Vom klassischen Einfamilienhaus im Grünen auf Staten Island bis hin zur Appartementwohnung im 60. Stockwerk in einem der unzähligen Wolkenkratzer Manhattans sind heute alle Extreme und sämtliche Zwischenstufen anzutreffen.

Mit zunehmender Entfernung vom hochverdichteten Zentrum Manhattans nimmt die Dichte der Bebauung in jedem der Stadtteile stetig ab. Im sehr dicht bebauten Süden Manhattans dominieren Appartementwohnungen und Penthäuser in großen mehrgeschossigen Hochhäusern oft mit gewerblicher Mischnutzung. In der Upper East Side finden sich dagegen denkmalgeschützte Villen und Wohngebäude aus der Gründerzeit und den 30er Jahren. Die Upper West Side gilt als beliebte Wohngegend und spricht vor allem Künstler und Intellektuelle an. Hier stehen sehr große Wohnhäuser, regelrechte Wohnpaläste, im Stil des Art deco oder des Jugendstils. Bekanntester Vertreter des Viertels ist das Dakota Building aus dem späten 19. Jahrhundert.

Das Bild des abgelegensten Stadtteils Staten Islands ist ein ganz anderes. Staten Island ist von seinem Charakter und seiner Geschichte seit jeher sehr viel enger mit dem nähergelegenen New Jersey als mit New York verbunden. Die Ufer und Küsten im Norden, Osten und Süden der Insel weißen eine nahezu durchgängige Aneinanderreihung von Vierteln mit unterschiedlichen Bauweisen, vom öffentlichen Wohnungsbau im Norden bis hin zum historisch charmanten Tottenville im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Süden, auf.

Brooklyn hat mit 2,45 Millionen Einwohnern den größten Bevölkerungsanteil der Stadt. Dieser wohnt in Ein- und Zweifamilienhäusern bzw. in Reihen- und kleineren Mehrfamilienhäusern des öffentlichen Wohnungsbaus. Backsteinhäusern aus dem 19. Jahrhundert prägen das Stadtbild Brooklyns.

Queens wurde anders als Brooklyn oder Manhattan im Zuge des Zusammenschlusses von Greater New York aus über 100 einzelnen Städten und Dörfern zusammengesetzt und besitzt somit keine zusammenhängende und eigenständige Struktur. Der Stadtteil ist Wohnort für den New Yorker Mittelstand. Klassische amerikanische Einfamilienhäuser mit Vorgärten zeugen eher vom Bild einer Vorstadt als dem einer Millionenmetropole.

In der Bronx treffen dagegen heruntergekommene Slums und wenige qualitätsvolle Wohnlagen in krassem Kontrast direkt aufeinander.

Zahlreiche national und international tätige Firmen haben in Manhattan ihren Hauptsitz oder zumindest eine bedeutende Niederlassung.

New York spielt darüber hinaus unter anderem in der Textilindustrie, der Druckindustrie, der chemischen und der elektrotechnischen Industrie eine bedeutende Rolle. Diese Industriezweige konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche zu beiden Seiten des Newtown Creek in Brooklyn und Queens.

An den Ufern der Süd-Bronx und den westlichen Uferbereichen von Brooklyn und Staten Island, befinden sich noch ausgedehnte Hafenareale mit Schiffsankerplätzen und großen Lagerhallen, denen der Hafen von New Jersey inzwischen allerdings den Rang abgelaufen hat. Der Großteil des Fracht- und Personenaufkommens wird heute über New Jersey abgewickelt.

Die beiden Flughäfen John F. Kennedy International und LaGuardia Airport belegen große Flächen im Norden und Südosten von Queens. Durch die stadtnahe Lage sind beide aufgrund der umgebenden Bebauung in der weiteren Expansion allerdings eingeschränkt.

In der aktuellen industriellen Entwicklung macht sich zunehmend die Tendenz negativ bemerkbar, Produktionsstandorte aus Kostengründen aus dem Stadtgebiet New Yorks in das nahe gelegene Umland zu verlagern, was für die Stadt erhebliche Probleme in Form von Verlust der Steuereinnahmen und zahlreicher Arbeitsplätze darstellt.

Die New Yorker Wirtschaft wird inzwischen vom Handel- und Dienstleistungssektor und insbesondere dem kapitalkräftigen Finanzmarkt um die New Yorker Börse an der Wall Street dominiert. In den anderen Stadtteilen außerhalb des Hauptgeschäftszentrums Manhattan flankieren Geschäfte häufig wichtige Straßenzüge und kleinere Nebenzentren.

New York City weißt nur wenig nicht bebautes Land auf. Der Grossteil dessen, 5 300 Acres, befindet sich im am wenigsten dicht besiedelten Stadtteil Staten Island, während die unbebaute Fläche im hochverdichteten Manhattan weniger als 400 Acres beträgt.

Öffentliche Freiräume in Form von Parks, Spielplätzen, Naturschutzgebieten, Friedhöfen, Vergnügungsparks, Stränden, Stadien und Golfplätzen nehmen ein Viertel der bebaubaren Fläche der Stadt ein.

Neben dem wirtschaftlichen Herz stellen diese die Funktion der grünen Lunge für den Organismus New York dar. Eine herausragende Rolle nimmt dabei der Central Park inmitten des dicht bebauten Manhattans ein.

Bei Einführung des Grid war dieser noch nicht in der Planung vorgesehen, doch schon bald machten sich vermehrt Stimmen breit, die den Mangel an vorgesehenem öffentlichem Freiraum und daraus resultierende Schwierigkeiten erkannten, und ihre Forderungen nach einem Ausgleich in die Stadtplanung einbrachten.

Dem Bau des Parks wurde nach einem Wettbewerb, aus dessen Verlauf der Entwurf von Frederick Law Olmsted als Gewinner hervorging, 1858 statt gegeben.

Mit seiner Fläche von 314 Hektar ist der 4 km lange und 0,8 km Breite Central Park in die Mitte des Straßenrasters Manhattans eingebettet und teilt dieses in zwei Bereiche. Im Norden und im Süden wird der Park von der 110. und der 59. Straße eingegrenzt; im Westen von der Eighth Avenue, dem sogenannten Central Park West, und im Osten von der Fifth Avenue, in diesem Bereich unter anderem wegen des Metropolitan Museum of Art und des Guggenheim Museum von Frank Lloyd Wright auch als Museumsmeile bezeichnet. Vier für den Verkehr geöffnete Straßen durchqueren den rechtwinklig gefassten Park in geschwungener Form. Diese organische Straßen- und Wegeführung bildet einen Kontrast zum rechtwinklig stringenten Straßenraster des Grid. In die Gestaltung des Central Parks wurde die ursprünglich hügelige Landschaft Manhattans integriert. Im Park wechseln sich Wälder mit Wiesen ab und es wurden außerdem acht größere und kleinere Teiche und Seen angelegt. Neben seiner klimatischen Bedeutung erfüllt der Central Park für die New Yorker auch die Funktion als Naherholungsgebiet.

Die wesentlich Struktur New Yorks besteht somit aus drei übereinander liegenden Schichten. An erster Stelle prägen die Straßen(raster) die Form und Gestalt der fünf Stadtteile. Auf der nächsten Schicht befinden sich die öffentlichen Freiflächen in Form von Parks, Friedhöfen usw. Die letzt Schicht wird durch ein weiträumiges Netz aus Highways dargestellt. Jeder der fünf Stadtteile wird an seinen Uferzonen von diesen Verkehrssträngen eingerahmt. In die Stadtteilen Queens und Bronx wurden während der letzten 50 Jahren weitere Highways scheinbar ohne Rücksicht auf Bebauung und natürliche Gegebenheiten regelrecht in die bestehende Struktur eingeschnitten.

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